August burns red : Constellations.
Erst im August hielt ich es aufgrund der längeren Lieferzeiten endlich in den Händen: das Beste Metalalbum 2009. Wie groß war bitte die Vorfreude, nachdem ich den Stream und die anderen Vorabtracks gemieden habe?
Von der ersten Sekunde an hat mich diese CD gepackt und nicht mehr losgelassen. Gleich der Opener „Thirty and Seven“ offenbart geniale Momente, wie man sie auf dieser Platte zum Teil um die Ohren gehauen bekommt, auf anderen sie eher mit der Lupe suchen muss. Zum Beispiel das erste Gitarrensolo bei Thirty and Seven, die letzten Sekunden von Existence, der atmosphärische Schluss von Ocean of apathy, der Übergang vom etwas langsamen Intro zur ersten Strophe von White Washed, die Tempiwechsel in Marianas Trench, der Anfang von The Escape Artist, der Breakdown bei Indonesia, „Swallow your pride because silence is golden“ bei Paradox, der Anfang von Rationalist, das ganze Meddler oder die brutalsten Breakdowns bei Crusades um nur ein paar zu nennen.
Auf dieser Platte stimmt alles, abgesehen von dem etwas uninspirierend wirkendem Instrumental, und somit rotiert Constellations seit August durchschnittlich jeden Tag mindestens einmal bei mir und wird nicht langweilig.
Vor dieser Leistung ziehe ich meinen Hut und nenne auf die Frage meiner Lieblingsbands nach Misery Signals immer sofort August burns red.
Architects : Hollow Crown.
Ich glaube streng genommen ist dieses Album 2008 erschienen, doch ich will das deutsche Releasedate als Anlass nehmen, mal wieder ein paar lobende Worte über diese Band zu verlieren.
Gleich die ersten vier Lieder sagen an, warum Hollow Crown hier in dieser Liste steht. Tief gestimmte Gitarren, ein mächtig angepisster Sänger, fieseste Breakdowns und das gewisse Händchen für tolle Melodien – dadurch entstehen mitreißende und geniale Momente.
Das einzige was ich zu meckern hab ist, dass im zweiten Teil des Albums ein oder zwei Liedern der Wiedererkennungswert fehlt. Hier hätte man zum Beispiel bei We’re all alone vielleicht noch an der ein oder anderen Stelle feilen können, damit der Wiedererkennungswert höher ist. Und auch das Outro könnte man noch durch einen richtigen Song ersetzen.
Ansonsten ist auch hier die Spannung bezüglich der Fortsetzung unglaublich hoch!
Im deutschen Rap haben K.I.Z. diesen Sommer auch einfach mal einen Geniestreich veröffentlicht. Wer die ausführliche Review lesen will, surft bitte hier.
Ich will nur noch folgende Dinge festhalten. Ich finde es toll, dass sich K.I.Z. treu geblieben sind und weiterhin das Gefühl entstehen lassen, dass sie hier Musik von Musikliebenden von Musikliebende machen. Die Beats und die Texte, man hört es zwei Sekunden und weiß sofort es sind die vier Berliner. Diese eigene Identität und Authenzität im deutschen Hip-Hop ist selten und verdammt wertvoll.
Außerdem ist bei dem ganzen Album kein absoluter Tiefpunkt auszumachen und so sorgt Sexismus gegen Rechts über eine Stunde lang für beste Unterhaltung.
Bitte weiter so!
Jan Delay : Wir Kinder vom Bahnhof Soul.
Wo wir gerade bei Unterhaltung und Leuten sind, die immer Musikfan geblieben sind, kommen wir dieses Jahr um den Delay Lama natürlich nicht herum.
Nach dem obligatorischen tausendjährigen Feilen an jedem einzelnen Lied, bis auch der letzte Akkord und das letzte Detail saß, erschien dann im August Wir Kinder vom Bahnhof Soul.
Die Arbeit und die Wartezeit haben sich gelohnt, denn diese CD sollte eigentlich jeder im Schrank stehen haben. Bis auf das Instrumental B-Boys & Disko Girls findet man hier nur gute Lieder mit langem Haltbarkeitsdatum. Dazwischen gibt es natürlich auch die zwei oder drei wechselnden Favoriten und all das zusammen macht aus Wir Kinder vom Bahnhof Soul ein fast perfektes Gesamtprodukt. Ich freu mich auf den Liveauftritt in Hamburg!
Weitere Platten, die mich dieses Jahr geflashed haben:
- Grantig : Medizin.
- Neaera : Omnicide – Creation unleashed.
- Lamb of god : Wrath.
- Olli Banjo & Jonesmann : 4 Fäuste für ein Halleluja.
- A day to remember : Homesick.
Platten, die dieses Jahr erschienen sind, die ich aber noch nicht gehört habe:
- Huss & Hodn : Der Stoff, aus dem Regenschirme sind.
- Samy Deluxe : Der letzte Tanz.
- Between the buried and me : The great misdirect.
- Kollegah : Zuhältertape 3.
- Jay-Z : The Blueprint 3.
Diese Tage erscheint übrigens noch, vielleicht abgesehen von Tobis Platten des Jahres, mein persönlicher und etwas anderer Rückblick auf das Jahr 2009.







