Als auf dem Musikkomplex noch regelmäßig gebloggt wurde, kam im Sommer 2009 gerade das neue K.I.Z. Album auf den Markt. Die Review dazu kann man hier nachlesen.
Kaum zu glauben, dass zwei Jahre vergangen sind und schon der Nachfolger „Urlaub für’s Gehirn“ kurz vor der Veröffentlichung steht. Heute feierte auch noch das gleichnamige Video auf der offiziellen Seite Premiere.
Ich muss sagen, es ist ganz eigenartig wie es sich mit mir und den Neu-Veröffentlichungen den von mir sehr geschätzten Künstlern verhält. Ich will das mal am Beispiel von K.I.Z. festmachen. Kaum war „Sexismus gegen Rechts“ veröffentlicht, hab ich es wochenlang gehört und abgefeiert. Nach kurzer Zeit kannte ich jeden Refrain, jede Zeile und war absolut begeistert. Während dann das Album am Tag nicht mehr dreimal, sondern nur noch einmal gehört wurde, habe ich mir schon einen Nachfolger herbeigesehnt – und zwar so schnell wie möglich. Doch bis auf wenige Ausnahmen dauert sowas im Musikgeschäft ja immer mindestens ein Jahr, und andere Veröffentlichungen gerieten bei mir in den Fokus. Erst zur Tour und kurz vor dem Konzert hab ich die CD wieder öfters gehört. Da der Auftritt dann sensationell war, bin ich noch einmal eine Woche auf der kompletten K.I.Z. Diskografie hängen geblieben.
Über ein Jahr ist ins Land gezogen, hier und da hab ich die CD mal wieder aufgelegt oder beim Joggen gehört und hab in meinen Erinnerungen geschwelgt. Doch irgendwann tauchten die Klosterschüler im Zölibat wieder in den News auf den einschlägigen Seiten auf. Dann kam die Skepsis: Das letzte Album war so unerwartet und unglaublich gut, das wird sowieso nicht getoppt. Ich hab versucht alle Informationen, abgesehen vom Veröffentlichungstag, zu meiden. Ich hab nicht mal länger als 30 Sekunden in das Snippet reingehört. Ich wollte meine Erwartungen so klein wie möglich halten, da ich die größte Angst habe, enttäuscht zu werden. Doch heute Morgen hab ich es nicht mehr ausgehalten, ich musste mir das neue Video anschauen. Ich hab es nur einmal gemacht. Ich habe seitdem einen Ohrwurm. Ich bin seitdem gut gelaunt. Außer ein bis zwei Vergleiche weiß ich auch nichts mehr. Was ich aber weiß ist, dass auf den ganzen Blogs und Seiten bestimmt schon wieder tausende Leute schreien, wie scheiße es ist und wie kommerziell das klingt, wie Underground K.I.Z. doch mal war, Bunker war Boss und die neue Scheiße kann man sich eh nicht anhören. Ich hab kein Bock mir diese unüberlegten, voreingestellten und irgendwelchen Leuten nachgelaberten Kommentare durchzulesen. Meine Vorfreude ist nämlich endlich da. Ich werde am Freitag nach der Arbeit sofort in den Saturn laufen und mir das Album kaufen. Ich male mir auch schon aus, dass Urlaub fürs Gehirn, ähnlich wie Sexismus gegen Rechts, die Sommerplatte des Jahres wird.
Ich hab zwar immer noch riesige Angst enttäuscht zu werden, aber da muss ich jetzt durch. Meine Meinung lest ihr.