Alben des Jahres 2009

Veröffentlicht in Uncategorized mit Tags , , , , am 26. Dezember 2009 von Martin

August burns red : Constellations.

Erst im August hielt ich es aufgrund der längeren Lieferzeiten endlich in den Händen: das Beste Metalalbum 2009. Wie groß war bitte die Vorfreude, nachdem ich den Stream und die anderen Vorabtracks gemieden habe?

Von der ersten Sekunde an hat mich diese CD gepackt und nicht mehr losgelassen. Gleich der Opener „Thirty and Seven“ offenbart geniale Momente, wie man sie auf dieser Platte zum Teil um die Ohren gehauen bekommt, auf anderen sie eher mit der Lupe suchen muss. Zum Beispiel das erste Gitarrensolo bei Thirty and Seven, die letzten Sekunden von Existence, der atmosphärische Schluss von Ocean of apathy, der  Übergang vom etwas langsamen Intro zur ersten Strophe von White Washed, die Tempiwechsel in Marianas Trench, der Anfang von The Escape Artist, der Breakdown bei Indonesia, „Swallow your pride because silence is golden“ bei Paradox, der Anfang von Rationalist, das ganze Meddler oder die brutalsten Breakdowns bei Crusades um nur ein paar zu nennen.

Auf dieser Platte stimmt alles, abgesehen von dem etwas uninspirierend wirkendem  Instrumental, und somit rotiert Constellations seit August durchschnittlich jeden Tag mindestens einmal bei mir und wird nicht langweilig.

Vor dieser Leistung ziehe ich meinen Hut und nenne auf die Frage meiner Lieblingsbands nach Misery Signals immer sofort August burns red.

Architects : Hollow Crown.

Ich glaube streng genommen ist dieses Album 2008 erschienen, doch ich will das deutsche Releasedate als Anlass nehmen, mal wieder ein paar lobende Worte über diese Band zu verlieren.

Gleich die ersten vier Lieder sagen an, warum Hollow Crown hier in dieser Liste steht. Tief gestimmte Gitarren, ein mächtig angepisster Sänger, fieseste Breakdowns und das gewisse Händchen für tolle Melodien – dadurch entstehen mitreißende und geniale Momente.

Das einzige was ich zu meckern hab ist, dass im zweiten Teil des Albums ein oder zwei Liedern der Wiedererkennungswert fehlt. Hier hätte man zum Beispiel bei We’re all alone  vielleicht noch an der ein oder anderen Stelle feilen können, damit der Wiedererkennungswert höher ist. Und auch das Outro könnte man noch durch einen richtigen Song ersetzen.

Ansonsten ist auch hier die Spannung bezüglich der Fortsetzung unglaublich hoch!

Im deutschen Rap haben K.I.Z. diesen Sommer auch einfach mal einen Geniestreich veröffentlicht. Wer die ausführliche Review lesen will, surft bitte hier.

Ich will nur noch folgende Dinge festhalten. Ich finde es toll, dass sich K.I.Z. treu geblieben sind und weiterhin das Gefühl entstehen lassen, dass sie hier Musik von Musikliebenden von Musikliebende machen. Die Beats und die Texte, man hört es zwei Sekunden und weiß sofort es sind die vier Berliner. Diese eigene Identität und Authenzität im deutschen Hip-Hop ist selten und verdammt wertvoll.

Außerdem ist bei dem ganzen Album kein absoluter Tiefpunkt auszumachen und so sorgt Sexismus gegen Rechts über eine Stunde lang für beste Unterhaltung.

Bitte weiter so!

Jan Delay : Wir Kinder vom Bahnhof Soul.

Wo wir gerade bei Unterhaltung und Leuten sind, die immer Musikfan geblieben sind, kommen wir dieses Jahr um den Delay Lama natürlich nicht herum.

Nach dem obligatorischen tausendjährigen Feilen an jedem einzelnen Lied, bis auch der letzte Akkord und das letzte Detail saß, erschien dann im August Wir Kinder vom Bahnhof Soul.

Die Arbeit und die Wartezeit haben sich gelohnt, denn diese CD sollte eigentlich jeder im Schrank stehen haben. Bis auf das Instrumental B-Boys & Disko Girls findet man hier nur gute Lieder mit langem Haltbarkeitsdatum. Dazwischen gibt es natürlich auch die zwei oder drei wechselnden Favoriten und all das zusammen macht aus Wir Kinder vom Bahnhof Soul ein fast perfektes Gesamtprodukt. Ich freu mich auf den Liveauftritt in Hamburg!

Weitere Platten, die mich dieses Jahr geflashed haben:
- Grantig : Medizin.
- Neaera : Omnicide – Creation unleashed.
- Lamb of god : Wrath.
- Olli Banjo & Jonesmann : 4 Fäuste für ein Halleluja.
- A day to remember : Homesick.

Platten, die dieses Jahr erschienen sind, die ich aber noch nicht gehört habe:
- Huss & Hodn : Der Stoff, aus dem Regenschirme sind.

- Samy Deluxe : Der letzte Tanz.

- Between the buried and me : The great misdirect.

- Kollegah : Zuhältertape 3.

- Jay-Z : The Blueprint 3.

Diese Tage erscheint übrigens noch, vielleicht abgesehen von Tobis Platten des Jahres, mein persönlicher und etwas anderer Rückblick auf das Jahr 2009.

Live dabei! – Bring me the horizon, A day to remember, August burns red am 13.11.2009 in der Großen Freiheit 36, Hamburg

Veröffentlicht in Live dabei mit Tags , , , , am 22. November 2009 von Martin

Wenn August burns red nach Deutschland kommen, die ihren Stand bei mir als Lieblingsband mit ihrem aktuellem Album „Constellations“ noch einmal gefestigt haben, ist das natürlich ein Pflichttermin. Wenn sie dann auch noch zusammen mit Bands wie A day to remember und Bring me the horizon unterwegs sind, sind das drei Bands an einem Abend, deren aktueller Beliebtheitsgrad fast nicht größer sein könnte. Vielleicht ist das auch der Grund warum die meisten Auftritte schon seit langem ausverkauft waren, obwohl das Konzert an einen größeren Ort verlegt wurde.

Glücklich waren all diejenigen, die noch Karten bekommen haben. Ich jedenfalls war erst einmal total überrascht als ich drei Wochen vor dem Konzert für einen guten Freund und mich zwei Karten kaufen wollte und mir jeder Verkäufer mit einem müdem Lächeln nur antwortete, dass das Konzert längst ausverkauft sei. Das war erst einmal ein ziemlicher Schock. Auch im Internet war nichts mehr großartig zu holen also beschlossen mein Kollege und Ich, unser Glück einfach eine Stunde vor Einlass vor dem Club zu probieren. Die ganze Große Freiheit war schon voll mit einer Menge von Leuten mit schwarzgefärbten Haaren und auch einer fast schon erschreckenden Anzahl von gleichaussehenden Mädchen. Erst einmal hatte ich aber eh andere Sorgen und so begann eine Stunde mit rumfragen, Leute anquatschen und sich gegenseitig mit anderen beim Kauf einer Karte zu überbieten. Letztendlich bekamen wir doch noch zwei Karten zu einem Spottpreis, dafür einen herzlichen Dank an die zwei Mädchen, die ohne ihren Freund einfach nicht auf das Konzert wollten und uns deswegen die Tickets überließen!

Drinnen angekommen, es war gerade 19.00, ging auch ,kaum das ich mein erstes Bier bestellt hatte, die Lichter aus und nach einem kurzen Intro kamen schon August burns red auf die Bühne. Hä? Was? Jetzt schon? Also schnell den Becher weggeworfen und ab in die Menge, die ab dem ersten Ton tobte. Ich habe viel spekuliert, mit was sie wohl anfangen werden aber als dann „White washed“ erklang, war mir klar, dass ich sehr falsch gelegen habe. Viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich aber nicht, denn alle Leute vorne waren sofort auf hundertachtzig und somit gab es massenhaft Bewegung. Hab ich Hamburg bei der Hell on earth Tour 2009 noch als ziemlich abwartendes Publikum erlebt, war hier nichts mehr davon zu merken. August burns red hatten von der ersten Sekunde richtig großen Rückhalt im Publikum und wurde abgefeiert. Stagediver gab es zwar nur vereinzelt, dafür ging es im Pit zu Hits wie „Meddler“, „The truth of a  liar“ oder „The eleventh hour“ richtig ab. Der Sound war soweit auch sehr gut und die sieben Lieder (Tracklist am Ende des Berichts) gingen vorbei wie im Flug. Auch wenn das Publikum laut nach einer Zugabe rief, so ging sofort die Musik und das Licht an, und die Jungs verließen zufrieden die Bühne. Ich war trotzdem vollauf begeistert, auch wenn ich gerne den ein oder anderen Song mehr gehört hätte, aber so beschloss ich komplett durchgeschwitzt wie ich war, erst einmal ein Shirt und ein Bier zu kaufen und mir A day to remember anzuschauen.

Die fünfköpfige Truppe hatte betrat nach fünfzehn Minuten die Bühne und gleich nach zwei Sekunden gröhlte die Menge den Anfang den Anfang von „Downfall of us all“. Gleich seit dem ersten Breakdown waren alle Leute voll mit dabei. Becher flogen, es wurde gepogt, gestagedived und A day to remember lieferten einen Hit nach dem anderen für die Leute. Die Band war selber sichtlich gepusht von der Energie und der Hörigkeit der Menge und ließ sich auch weiter motivieren. Die synchronen Spring-Einlagen der Gitarristen, der sympathische Sänger Jeremy McKinnon und der gut gelungene Mix aus Pop/Punk/Hardcore begeisterten auch mich sehr, so dass ich gleich am Tag danach die aktuelle Platte mein eigen nennen konnte. Als Co-Headliner war die Spielzeit schon deutlich länger und nach fünfzig Minuten ließ eine sichtlich zufriedene und dankbare Band ein nasses, nach Zugabe schreiendes Publikum zurück. Doch auch hier wurde kein Song extra gespielt dabei war es gerade mal halb neun. Trotzdem, Top Performance!

Wieder eine kurze Umbaupause und einen kleinen Soundcheck später ging das Licht wieder aus und nach einem kurzen Intro betraten der Headliner des Abends, Bring me the horizon, mit „Chelsea Smile“ und blickenden BMTH Buchstaben die Bühne. Am Anfang kreischten auch ein paar Mädchen aus den ersten Reihen, aber nachdem vorne sofort die Hölle los war, sah man wie die ein oder andere doch vom Security rausgezogen wurde oder ziemlich schnell zusah, dass sie sich in Sicherheit brachte. Ich hab im Vorhinein viel Schlechtes über die Jungs als Liveband gehört, was ich aber nicht bestätigen kann. Der oft kritisierte Sänger Oliver Sykes war energiegeladen wie der Rest der Band auch und merkte auch sofort, dass man heute Abend einiges reißen kann. Einige Wall of deaths, Circle-Pits, coolen Lichteffekten, Elektro-Rave-Einlagen und sechzig Minuten später wurde dann aber auch der letzte Song angekündigt. Hierzu wurde das Publikum zu „Football Season is over“ aufgefordert die Bühne zu stürmen was auch viele machten und so feierten circa fünfzig Leute auf der Bühne und tausend in der Menge mit der Band zusammen. Ein würdiger Abschluss eines grandiosen Abends. Vor allem das Preis-Leistungsverhältnis war nicht zu toppen.

Was ich allerdings noch kritisieren wollte, sind folgende Sachen. Erstens, warum werden keine Zugaben mehr gespielt? Auf meinen letzten Konzerten hat keine Band mehr eine Zugabe gespielt, und wenn doch hat der Headliner grad noch so einen Hit zum Besten gegeben. Ich versteh es einfach nicht, da das ganze Konzert schon um 22.20 zu Ende war. Da hätte doch zumindest BMTH noch den ein oder anderen Song spielen können. Ich mein, die Nachfrage vom Publikum war definitiv vorhanden!

Zweitens, warum gibt es in diesem Club eine Garderobe für 1200 Leute und warum meinen immer noch sehr viele Leute, dass man sich durch vordrängeln beliebt macht und schneller vorankommt, wenn es doch eigentlich so eng ist, das man die Füße vom Boden abheben kann?

Und drittens, ich hasse Violent Dancer. Zum Glück war es hier so voll das dieser Scheiß fast nicht möglich war, aber trotzdem hab ich ein bis zweimal gesehen wie der ein oder andere Fuß-Kick in Kopfhöhe verteilt wurde. Warum kann man den Scheiß nicht einfach lassen und einfach ganz klassisch und normal mit den anderen pogen, schubsen, stagediven und ausrasten? Ich versteh es einfach nicht.

Trotzdem, wer bei dieser Tour nicht dabei war hat krass motivierte Bands, in Hamburg ein fast perfektes Publikum, tausend blaue Flecken und eine richtig gute Zeit verpasst!

Setlist August burns red: (Ganz sicher!)

  • White Washed
  • Meddler
  • The truth of a liar
  • Thirty & Seven
  • The eleventh Hour
  • Back Burner
  • Composure

Setlist A day to remember: (Ohne Gewähr!)

  • Downfall of us all
  • Let’s go
  • NJ Legion Ice Tea
  • I’m Made Of Wax Larry, what are you made of?
  • You should have killed me when you had the chance
  • A Shot in the dark
  • Heartless
  • The Plot to bomb the Panhandle
  • The Danger in Starting a fire

Setlist von Bring me the horizon bekomm ich leider nicht mehr auf die Reihe.

Neaera : Omnicide – Creation unleashed.

Veröffentlicht in Reviews mit Tags am 21. November 2009 von Martin

1. I Loathe
2. Prey To Anguish
3. The Wretched Of The Earth
4. Grave New World
5. Age Of Hunger
6. Caesura
7. Omnicide
8. In Near Ruins
9. The Nothing Doctrine
10. I Am The Rape
2009

Seit ihrem einschlagenden Debüt „The rising tide of oblivion“ im Jahre 2005 gehörte eine Platte von Neaera im Jahr fest dazu. Nach der letzten CD „Armamentarium“ im Sommer 2007 und den ersten Touren als Headliner zogen sich die fünf Münsteraner für eine Zeit zurück, um uns dann im Juni diesen Jahres das Biest mit dem Namen „Omnicide – Creation unleashed“ zu präsentieren.

Und es ist wirklich ein Biest. Der Kurs der auf dem Vorgängeralbum in Liedern wie „Tools of Creed“ oder „Harbinger“ schon deutlicher zum Vorschein trat, wurde weiter eingeschlagen. So macht der Opener „I loathe“ mit seinem disharmonischen Akkorden, Blastbeats und Growls sofort klar, dass Neaera 2009 immer noch im Metalcore einzuordnen fast schon politisch unkorrekt ist. Ohne hierbei in den Chor mit einzustimmen derjenigen, die Metalcore als Beleidung sehen. Aber das brutale Artwork, die Namen der Lieder und natürlich auch der Sound sind einfach moderner Death Metal.

Und so geht es auch weiter im Programm. Die Lieder erschienen mir bei den ersten Durchgängen sehr komplex, trotzdem fielen mir einige Dinge sofort positiv auf. Erstens hat der Sänger Benny Hilleke vorerst seinen gesanglichen Zenit erreicht. Auch wenn ich schon immer eine Schwäche für die früher noch etwas kreischige, görenhafte Stimme hatte, so klingen die Shouts auf Omnicide noch böser, keifender, angepisster und die vermehrt eingesetzten Growls um einiges druckvoller als vorher.

Aber nicht nur der Sänger, auch alle anderen Instrumentalisten haben sich noch einmal weiter entwickelt. Dass man das merkt mag aber auch an der Produktion liegen. Setzten Jacob Hansen und Neaera auf „Armamentarium“ noch auf eine fette, eigentlich schon aufgeblasene Produktion, schallt der Sound dieses Mal wieder um einiges trockener aus den Boxen. Die Gitarren und das Schlagzeug wurden ein bisschen zurückgeschraubt, dafür kommt man jetzt immer öfter in den Hörgenuss der Bassläufe, wie zum Beispiel am Anfang von „Caesura“. Somit wird meiner Meinung nach nichts an Brutalität und Druck eingebüßt. Dafür ein großes Lob an die Produzenten und den Mischer Zeuss.

Was aber schlussendlich die Platte besonders auszeichnet ist, dass jedes einzelne Lied nach mehrmaligen Hördurchläufen einen Wiedererkennungswert besitzt. Sei es aufgrund eines mitreißenden Refrains („Prey to anguish“, „Wretched of the earth“), eines brachialen Anfangs („Age of hunger“) oder ausrastwürdigen Doublebass-Passagen wie im Rausschmeißer „I am the rape“. Jedes Lied steht für sich und offenbart irgendwo ein Stück Detailverliebtheit, das richtige Händchen für Disharmonie oder hier und da mal ein Stückchen Genialität.

Ich gratuliere den fünf Münsteranern dafür, dass sie sich mit dieser Platte weiter entwickelt haben und mich trotz anfänglicher Skepsis aufgrund des „neuen“ Kurses ganz überzeugt haben. Ich freu mich schon die neuen Liedern live zu hören und sprech zum Schluss eine Kaufempfehlung für alle aus, die eine brutale Platte für den Herbst brauchen oder diesen Silberling noch nicht besitzen.

Wertung: 8.5/10 blutverschmierten Hochhäusern

Die fünf zum Freitag: Die fünf besten Jan Delay Songs

Veröffentlicht in Fünf Sterne Deluxe mit Tags am 20. November 2009 von Martin

Seit im August diesen Jahres Jan Delay sein Album „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ veröffentlichte, laufen bei mir alle Platten des Chefstylers wieder hoch und runter. Deswegen hab ich mich entschlossen für den Blog mal meine fünf Lieblingslieder zu nennen, was bei der großen Auswahl an guten Songs aber fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Deswegen zählen auch nur die offiziellen Lieder von den Alben, und B-Seiten/Remixe/Gastbeiträge sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

  • B-Seite

Wenn dieses Lied mit einer Melodie startet, die man eher in einem Nintendo-Spiel vermuten würde, dann aber nach zehn Sekunden der beste Riddim der Platte einsetzt und Eißfeldt das Schicksal der B-Seiten erläutert, geht in meiner Anlage jedes Mal die Sonne auf. Ein Lied, dass man nicht tot hören kann!

  • Die Sonne, die scheint feat. D-Flame

Wer bei diesem Partysong und dem treibendem Riddim noch ruhig sitzen bleiben kann und nicht einmal auch den Refrain mitsingt, der sollte vielleicht einfach mal den Lautstärkeregler weiter nach rechts drehen und das Lied noch einmal fühlen. Immer noch nicht? Naja, seitdem „Last Christmas“ von Wham! seit tausend Jahren jedes Jahr wieder in die Charts kommt, wundert mich eh fast nichts mehr.

  • Mercedes Dance Intro

Das Intro der langerwarteten Mercedes Dance Platte und somit gleichzeitig der Wegweiser des neuen Stils in Richtung Funk. Die gute Laune ist ab der ersten Sekunde garantiert und wenn es dann am Schluss heißt „Und alle tanzen“ und die Bläser einsetzen, ist die Welt, völlig egal ob es draußen gerade November ist, wieder mal für eine Weile in Ordnung.

  • Showgeschäft

Auf ein typisches Intro verzichtet Herr Delay auf „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ und legt mit „Showgeschäft“ gleich einen Themensong vor, der aber einen auch sofort packt. Die Gitarre erklingt gleich nach ein paar Sekunden so unglaublich funky aus der Box und die derben Instrumentalparts lösen sich mit wortwitzigen Strophen ab („Gestern saßt du noch auf Chef, im Taxi hinten rechts. Ab heute sitzt du allerdings, im Taxi vorne links“). Ganz großes Kino.

  • Ein Leben lang

Nachdem all die vorher genannten Songs eher zum abfeiern geeignet sind, es aber auch den ein oder anderen ruhigeren Song gibt, muss ich mit „Ein Leben lang“ mein Favorit dieser Rubrik küren.

Eine unglaublich schöne, und trotz des Saxophonsolos am Ende, nie zu kitschig wirkende Liebeserklärung. Ganz besonders gelungen find ich immer wieder, wenn nach einer traurig klingen Strophe der Refrain immer wieder aus der Box strahlt – da wurde der Songtext musikalisch einfach perfekt musikalisch umgesetzt.

Rammstein- Liebe ist für alle da

Veröffentlicht in Reviews am 26. Oktober 2009 von Tobi
Rammstein- Liebe ist für alle da

Rammstein- Liebe ist für alle da

1 Rammlied 5:19
2 Ich tu dir weh 5:02
3 Waidmanns Heil 3:33
4 Haifisch 3:45 5 B******** 4:15
6 Frühling in Paris 4:45
7 Wiener Blut 3:53
8 Pussy 4:00
9 Liebe ist für alle da 3:26
10 Mehr 4:09
11 Roter Sand

Nun ist es also endlich so weit, Rammstein bringen ihr erstes Album nach „Rosenrot“ raus, welches 2005 auf den Markt kam.

Und eines gleich vorneweg: Rammstein bieten auf diesem Album über die Liebe das, was man erwartet. Nicht mehr, und nicht weniger.

So ist das Video zu ersten Single „Pussy“ gleich der kleine Skandal den Rammstein schon immer zu provizieren gewusst haben und allgemein finden sich auf dem Album noch genug böse Themen, mit denen sich Rammstein aber gewohnt gut auseinander setzen.

Wie auch schon „Mein Teil“ in der Öffentlichkeit teilweise nicht mehr seriös zerrissen wurde, bietet auch das neue Album „Liebe ist für alle da“ genug Futter für die Medien, auf eine der erfolgreichsten Deutschsprachigen Bands einzuprügeln.

Aber nehmen wir uns die Zeit dieses Album wirklich Stück für Stück zu beleuchten.

„Rammlied“: Der Opener und zugleich das Signal das die Band wieder da ist. Ein gewohnt starker Rammstein Song, der jedem Fan Gänsehaut auf den Rücken zaubern sollte.
Er verbindet eine Menge Elemente die Rammstein auszeichnen, wie z.b. der ruhige Anfang, das deftige Riffing, die Keybords und als kleine Sahnehäubchen gibt es dann ab 3:45 Minuten eine kleine Hommage an Laibach, bzw. deren Coverversion von dem Opus Klassiker „Life is life“/“Leben ist Leben“

„Ich tu dir weh“: Ein Song über Erniedrigung und Schmerzen während des Liebespiels, einmal mehr wunderbart verpackt von Lindemann. Musikalisch das übliche, aber allgemein war die Neue Deutsche Härte ja „nur“ die Plattform für die Texte von Lindemann.
Allerdings passt die Musik auch hier wieder sehr gut, der melodische Refrain ist auch einen Lacher gut.

„Waidmanns Heil“: Trompeten zu Beginn und dann direkt die volle Breitseite, Rammstein gehen auf die Jagd und die Nummer bietet eine Menge Dynamik, die vorallem Live sehr gut abgehen dürfte.

„Haifisch“: Ein Song über die Band an sich, geführt von einem recht monotonen Beat und fast schon freundlichen Keyboards. Der Text hingegen ist einmal mehr eine schöne Verarbeitung der deutschen Sprache, wo man Lindemann wieder einmal nur auf die Schulter klopfen möchte.

„B******“: Um einiges angepisster kommt dann dieser Song daher, es wird erstmal wieder heftiger geschrienen und als Midtempo-Banger eignet sich der Song optimal.

„Frühling in Paris“: Die Ballade auf den Album, über die Liebesgeschichte von Fronter Till mit einer Französin in Paris, der Stadt der Liebe. Schöner Song, wo einmal mehr merkt was für ein musikalisches Feingefühl diese Band doch hat.

„Wiener Blut“: Der Song über Fritzl und seinen Familienkerker ist sicherlich für einen Skandal gut. Man kann sicherlich die Uhren danach stellen, wann der Song als Single ausgekoppelt wird und man das Video dazu im TV sehen darf.
Laut, melodisch und düster spricht Lindemann über das Grauen im Keller.
Es ist keineswegs so, das man sich in irgendeiner Weise über das Schicksal lustig macht, dafür wären Rammstein sicherlich auch die falschen Ansprechpartner.
Aus der Sicht des Täters gesungen, aber doch eine Abrechnung mit seinen Taten. Kann auch nicht jeder.

„Pussy“: Die Single, und zugleich für mich der Song, der am wenigsten passen möchte.
Da er teilweise auf Englisch gesungen ist, geht Rammstein natürlich die lyrische Note teilweise flötten, und obwohl das Stück selber tanzbar und unterhaltsam ist, dürfte der Song für mich der schlechteste auf dem Album sein. Gibt aber sicher Leute, die dem Song was abgewinnen können.

„Liebe ist für alle da“: Der Titeltrack zeigt sich als gewohnt gelungen, in dem einmal mehr alle Stärken Rammsteins zum tragen kommen. Das lyrisch natürlich einmal mehr auf den Putz gehauen wird, sollte inzwischen jedem klar sein.

„Mehr“: Ein Song über die Gier der Gesellschaft, könnte man direkt auf die Bankenkrise überleiten, die mal eben zu der riesigen Wirtschaftskrise führte.
Die gewohnte Laut/Leise Dynamik liefert auch hier den passenden Hintergrund, der Refrain bleibt nach dem ersten mal direkt hängen und alles zusammen einer der besten Song auf dem Album.

„Roter Sand“: sogesehen die zweite Ballade auf dem Album, und meiner Meinung der stärkste Song auf „Liebe ist für alle da“.
Das Drama über ein Duell am Strand für die Liebe, sehr schön gesungen und mit einer bildgewaltige Sprache ausgestattet, das man einmal mehr über unsere Sprache jubeln möchte, weil sie einem doch so viele wunderbare Bilder liefern kann.
Passendes Ende, da der Rote Faden der (etwas anderen) Liebe hier seinen Höhepunkt erlebt.

Rammstein bieten mit „Liebe ist für alle da“ also das erwartet starke Album, und genau da ist mein Problem mit diesem Album.
Es ist gut, teilweise sogar sehr gut, aber es kann nicht mehr überraschen.
Sicher, Rammstein sind Rammstein, aber man hat teilweise doch das Gefühl, das sich die Songs ohne die Refrains und die lyrischen Großtaten von Lindemann doch sehr ähneln würden.

Gut, wenn man wie ich Bands wie Motörhead zugesteht, 30 Jahre die gleiche Musik zu machen, wieso meckere ich da bei Rammstein?
Nun, zum einen weil Rammstein sicherlich an sich selber andere Maßstäbe setzen, als sich zu wiederholen, und zum anderen haben Rammstein ja schon oft genug bewiesen, das sie aus ihrem Genre ausbrechen können.

Produktionstechnisch, musikalisch und lyrisch ist „Liebe ist für alle da“ über jeden Zweifel erhaben und auch wenn der ganz große Hit der alten Alben fehlt („Sonne“, „Links, 2,3,4“, „Mein Teil“) kann das Album doch die Klasse über fast die ganze Dauer halten (wenn man von „Pussy“ mal absieht) und dürfte jeden Rammstein Fan das geben, auf was er so viele Jahre gewartet hat.

Wer allerdings Rammstein’s „Master of Puppets“ erwartet, muss sich noch gedulden oder doch akzeptieren das sie es mit „Mutter“ schon 2001 auf den Markt gebracht haben.

Wertung: 7,5 von 10 heißen Liebesnächten im Leichenschauhaus

„Save me from myself“ Die Autobiographie von Brian „Head“ Welch

Veröffentlicht in Uncategorized am 15. Oktober 2009 von Tobi

Nun bin ich da auch durch, das damals groß angekündigte Buch von Ex-Korn Gitarrist Brian Welch der für jede Menge Schlagzeilen sorgte, als er 2005 aus Korn ausstieg um sich seinem Glauben und seiner Tochter zu widmen.

Und das Buch ist vorallem eines: ehrlich.

Auf nicht mal 250 Seiten schreibt Welch allerdings auch vieles, was man nicht unbedingt erwartet hätte.

Angefangen bei seiner Kindheit und den ersten Kontakten zu Gott, über seine Jugend und der ersten Liebe zur Musik, kommt „Head“ auch sehr ausführlich auf Korn und deren Anfangszeit zu sprechen.
Über die Hälfte des Buches beschäftigt sich fast nur mit dieser Phase, welche für die meisten Fans der Band sicherlich am interessantesten ist.

So werden wir zeuge vom ersten Erfolg der Band und was Brian so alles in dieser zeit gemacht hat: Musik aufnehmen, Drogen, seine Freundin schlagen, Drogen, Musik live spielen, Drogen und natürlich Drogen.

Meth, Pillen, Alkohol und Kokain waren nicht nur bei ihm sondern auch bei den anderen Kornmitgliedern das Öl das den Motor am Laufen hielt und es überrascht mich beim lesen immer wieder, das keiner von den Jungs gestorben ist.

Obwohl der größte Teil des Buches diese Phase abdeckt, langweilt sie doch recht schnell.
Rock’n'Roll Skandale kennt nun mal jeder und wer solche Storys lesen mag, kann sich wohl eher „Dirt“ von Mötley Crüe einziehen.

Was allerdings auch in dieser Phase des Buches beeindruckend ist, ist wie ehrlich Welch zu sich und seinem Leben ist.
Er stellt sich selbst an den Pranger und gibt sich zum Abschuss frei.

Ein miserabler Vater und Ehemann, der kein Freund seinen Freunden sein kann und mag und nur noch Drogen im Sinn hat.

Er hat alles was er jemals wollte: Drogen, Frauen, jede Menge Geld, Konzerte auf der ganzen Welt und trotzdem ist er nie wirklich glücklich.
Das brignt einem zum Nachdenken, ob man selber mit den Dingen die man sich wünscht, wirklich glücklicher wäre.

Dann eines schönen Tages, Welch wieder voll mit Meth, passiert das Wunder: Welch betet Gott an, ihn vor sich selbst zu retten und Gott rettet ihn vor sich selbst.

Natürlich gibt es schwere Zeiten, aber Welch reflektiert das typisch christlich: stell dich der Herausforderung.
Er weint viel und betet noch mehr, lernt viel über Gottes Wege und lässt uns alle daran teilhaben.

Dabei liest sich das Buch selten wie eine Verkaufsbroschüre, sondern teilweise mehr wie ein Tagebuch. Er schreibt wie er spricht und viele Dinge die er niederschreibt, sind gute Ratschläge für das Leben. Ob nun als Christ, Moslem oder einfach nur als Mensch.

Welch spricht oft weise, manchmal auch nicht nachvollziehbar, über seinen Glauben und wie sich die Dinge für ihn zum Guten geändert haben.
Selbst wenn man den Religionen kritisch gegenüber steht, muss man trotzdem anerkennen, das Gott dieses Leben gerettet hat und ich beschäftige mich heute noch sehr intensiv mit der Frage, was Religion und Gott mir bedeuten.

Das Buch von Welch macht eine Menge richtig: es weiß zu unterhalten, ist locker von der Leber weg geschrieben und man baut daher fix Sympathie zu Welch auf UND es stößt zum Nachdenken an.

Was bedeutet Glaube für mich?
Gibt es eine höhere Macht?
Sollte ich nicht auch um Vergebung bitten für meine Fehler?
Welche Kraft treibt so viele Menschen dazu an, soviel Gutes zu tun?

Natürlich ist Welch kein Religions- oder Geschichtsprofessor daher bleibt es bei vielen dieser Fragen bei seiner persönlichen Meinung und das die katholische Kirche nicht nur geil ist und das Leben vieler „Ungläubiger“ gefordert hat, sollte man auch nicht vergessen.

Allerdings geht es „Head“ auch mehr um seinen Glauben und Gott an sich, und weniger um die Kirche, nur muss einem auch klar sein, das die Kirche der Vertreter Gottes auf Erden ist und man daher ihre Taten schlecht einfach so ausblenden kann. Dies wäre naiv.

Als Fazit bleibt stehen das jeder Fan von Korn sich das Buch geben sollte, und jeder Mensch der sich mit dem Thema Religion einmal auf eine ziemlich unwissenschaftliche Weise beschäftigen will, sollte auch mal zu diesem Buch greifen.

Martins aktuelle Top 6 Alben, die mich den ersten Monat (September) in Hamburg City begleitet haben

Veröffentlicht in Fünf Sterne Deluxe mit Tags , , , , , am 3. Oktober 2009 von Martin

Wie ja schon der ein oder andere aufmerksame Leser dieses Blogs mitbekommen hat, bin ich seit einem Monat in Hamburg zuhause. Dort hab ich leider noch keinen Internetanschluss, wodurch meine Posts hier auf dem Musikkomplex ziemlich rar sind. Nichtsdestotrotz hör ich noch mehr Musik als davor und hab sogar schon einige Sachen für den Blog geschrieben, allerdings handschriftlich. Wird aber demnächst alles hier erscheinen – versprochen! Bis dahin nutz ich mein erstes Wochenende daheim und meine kreative Phase für meine aktuellen Top 6 (Ausnahme!) Alben, die mich die letzten 4-5 Wochen begleitet haben.

The Killers : Sam’s Town.

Gleich am zweiten Tag ab in die riesige CD Abteilung vom Saturn und diese CD gekauft. Ich kannte nur „When you were young“ und hab den Rest des Albums quasi blind gekauft. Was soll ich sagen? Seit „A rush of blood to the head“ hab ich keine Platte aus diesem Genre so intensiv gehört. Ein Album das man ohne Probleme von Anfang bis Ende hören kann, jedes Lied erzählt seine eigene, traurige Geschichte und man hat das perfekte Gleichgewicht zwischen Melancholie, Schönheit und Optimismus gefunden. Top.

Aktuelle Favoriten: On my list, Why do I keep counting, Bling (Confessions of a king)

Roxy Music : Roxy Music.

Ich bin ja seit einigen Monaten auch auf der Musik aus den 70ern hängengeblieben und hab schon das „Country Life“ Album von Roxy Music diese Sommermonate oft rotieren lassen. Der Erstling dieser Band bietet zwar auch ein bis zwei Lieder, die ich so feier, auf der anderen Seite aber auch diverse epische, leicht melancholische Perlen und eins der stylischsten Artworks.

Aktuelle Favoriten: If there is something, The Bob (Medley),  2HB

Neaera : Omnicide – Creation unleashed.

Natürlich hör ich im Moment nicht nur Indie, sondern natürlich auch Musik der härteren Gangart. Das aktuelle Neaera Album war ein Pflichtkauf vor dem Hell on earth 09 Auftritt. Ich hätte selber nicht gedacht, dass mir die Platte so gut gefällt. Fies, angepisst und der ideale Soundtrack um an den ersten windigen, regnerischen Herbsttagen an den Landungsbrücken einen Spaziergang zu machen oder beim Training. Ausführliche Review ist schon verfasst und kommt bald!

Aktuelle Favoriten: I loathe, I am the rape, Age of hunger

Santogold : Santogold.

Von der außergewöhnlichen, amerikanischen Songwriterin waren mir ein durchgeschwitzter Konzertbesuch und zwei Lieder im Gedächtnis, die mich diesen Sommer begleitet haben. Grund genug sich das vielfältige Album zuzulegen und Perlen wie „You’ll find a way“, „Say Aha“ laut aufzudrehen wenn Feierabend ist oder wir für einen legendären Kiezabend vortrinken.

Aktuelle Favoriten: You’ll find a way, Light’s out, L.E.S. Artistes

Queens of the stone age : Rated R.

Wo wir gerade bei legendären Kiezabenden waren. Eine Band die von allen im Wohnheim gefeiert wird, hört auf den Namen Queens of the stone age. Kein Wunder, keiner liefert einen besseren Soundtrack für eine feuchtfröhliche Runde, zum mitsingen, Luftgitarre spielen und am nächsten Abend mit einem leichten Kater aufzustehen und den Müll zu entsorgen.

Aktuelle Favoriten: The lost art of keeping a secret, Auto Pilot, In the fade

August burns red : Constellations.

Für mich eins der meist herbei gesehnten Alben dieses Jahres. Und das Warten hat sich gelohnt. Wer wirklich perfekten, mitreißenden Metalcore hören will, kommt an diesem Album nicht vorbei. Wird nicht langweilig, überrascht immer wieder und unterstreicht die Stellung, die August burns Red mittlerweile vollkommen zu Recht in der Szene haben. Review von meiner Seite gibt es hierzu nicht, da Tobi die Platte schon vor einiger Zeit hier mal ausführlich besprochen hat.

Aktuelle Favoriten: Indonesia, Meddler, Existence